Wir sind Draußenschule!

Jede Woche verlassen wir als gesamte Klasse vormittags das Schulgebäude. Statt Tafel, Heft und Arbeitsblätter, dann Bäume, Matsch und Vogelgezwitscher für Alle. Welches Kind träumt nicht davon? Das dies durchaus auch im Regelunterricht möglich ist, zeigen seit 2008 immer mehr Schulen in der Metrolpolregion Hamburg, die dort mit dem Konzept der Draußenschule das Lernen nach draußen verlegen. Wir sind eine von diesen Draußenschulen.
Die Draußenschule beschreibt ein schulpädagogisches Konzept der Bildungswerkstatt LANDSCHAFTSABENTEUER, bei dem Schulklassen im gesamten Schuljahr einmal pro Woche den Klassenraum verlassen und regionale Natur- und Kulturräume aufsuchen. Die wöchentlichen Draußentage sind Teil der Unterrichtsarbeit und verfolgen neben fachlichen auch soziale Ziele. Sie leiten sich aus den Inhalten der jeweiligen Lehrpläne bzw. Fachanforderungen ab und ermöglichen ein fächerverbindendes und fachübergreifendes Lernen.
Dieses Projekt wird von Mitteln aus dem DraußenschulFONDS gefördert. Der DraußenschulFONDS ist eine Initiative der Buhck-Stiftung und ein Gemeinschaftsfonds mehrerer Stiftungen, die sich für die Umweltbildung engagieren. Beteiligt sind bislang die BürgerStiftung Hamburg, Gladigau-Stiftung, die Joachim Herz Stiftung, NKG Hanseatische Natur- und Umweltinitiative e.V. und die Stiftung Was Tun! “
Themenschwerpunkte im Jahr 2024
Lagerfeuer mit Stockbrot
Ein Höhepunkt des Schuljahres war das gemeinsame Lagerfeuer, bei dem die Schülerinnen und Schüler selbst Stockbrot zubereiten konnten. Diese Aktivität förderte nicht nur die Teamarbeit, sondern auch die praktischen Fähigkeiten der Kinder, wie das Anfertigen eines passenden Stockes.
Waldspaziergang mit Totholz-Untersuchung
Auf einem anschaulichen Waldspaziergang hatten die Kinder die Gelegenheit, die Bedeutung von Totholz im Ökosystem zu erforschen. Sie lernten, wie Totholz als Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen dient und welche Rolle es im Kreislauf der Natur spielt. Die Erkundung förderte das Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge.
Pilze sammeln & bestimmen
Ein weiterer spannender Themenschwerpunkt war das Sammeln und Bestimmen von Pilzen. Unter Anleitung unserer Expertin, Christiane Schwarze, lernten die Schülerinnen und Schüler, verschiedene Pilzarten zu erkennen und die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen beim Pilze sammeln zu beachten. Diese Aktivität schärfte ihren Blick für die Vielfalt der Natur und förderte das Interesse an der Welt der Pilze.
Tierspuren lesen
Das Lesen von Tierspuren stellte eine fesselnde Möglichkeit dar, mehr über das Leben der Tiere im Wald zu erfahren. Die Schülerinnen und Schüler erlernten Techniken zur Identifizierung von Tierspuren und -kot und diskutierten darüber, welche Tiere in ihrer Umgebung leben. Diese Aktivität förderte das Verständnis für das Verhalten und die Gewohnheiten der heimischen Tierarten.
Abschlussbericht der Draußenschule - GS Hoisdorf
Im Verlauf des Schuljahres haben die Schülerinnen und Schüler zahlreiche spannende und lehrreiche Aktivitäten im Freien durchgeführt. Diese Erfahrungen haben nicht nur das Wissen über die Natur vertieft, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und die Freude am Lernen im Freien gefördert.
Wirkung des Projekts Draußenschule auf die Schülerinnen und Schüler
Veränderungen & Fortschritte bei den Kindern
Die regelmäßigen Aktivitäten im Freien führten zu spürbaren Veränderungen bei den Schülerinnen und Schülern. Die Freude an der Bewegung und dem Spielen an der frischen Luft wurde deutlich. Viele Kinder entwickelten ein größeres Interesse an der Natur und nahmen Naturobjekte bewusster wahr. Auch die Gruppenarbeit verbesserte sich, da sie lernten, gemeinsam Lösungen zu finden und sich gegenseitig zu unterstützen.
Herausforderungen
Trotz der positiven Entwicklungen gab es auch Herausforderungen. Kaltes Wetter und nasse Kleidung stellten oft eine Hürde dar, die bei einigen Kindern zu Unbehagen führte. Zudem war die Motivation, bei kühlen Temperaturen lange draußen zu bleiben, nicht immer gegeben. Diese Aspekte erforderten kreative Ansätze, um die Kinder zu motivieren und sie für die Natur zu begeistern.
Zusammenfassung
Das Schuljahr im Freien war geprägt von interaktiven und lehrreichen Aktivitäten, die den Schülerinnen und Schülern nicht nur Wissen über die Natur vermittelten, sondern auch soziale Kompetenzen und Teamarbeit förderten. Die Themenschwerpunkte – Frühblüher, Kräuterkunde, Tiere im Wasser, Herstellung eines Keschers, Segelboote bauen, Getreidearten vergleichen, Popcornessen im Maisfeld, Pilze sammeln, Lagerfeuer mit Stockbrot, Waldspaziergang mit Totholz-Untersuchung und Tierspuren lesen – ermöglichten es den Kindern, die Natur hautnah zu erleben, ihre technischen Fähigkeiten weiter zu entwickeln und ein tieferes Verständnis für ökologische Zusammenhänge zu gewinnen. Trotz der Herausforderungen haben die positiven Veränderungen und Fortschritte der Kinder gezeigt, dass das Projekt Draußenschule einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat und ihr Interesse an der Natur langfristig fördern wird.
Berichte aus den Jahren davor...

Frühblüher
Der Frühling ist da! Gemeinsam mit Frau Schwarze haben wir uns auf die Suche nach Frühblühern begeben. Neben Tulpen, Schneeglöckchen und Narzissen haben wir auch Buschwindröschen entdeckt. Wir haben untersucht, welche Speicherorgane die Pflanzen unter der Erde besitzen und die Begriffe Knolle, Wurzel und Rhizom kennengelernt.

Wildkräuter
Nach den ersten Frühblühern ließen auch die Wildkräuter nicht lange auf sich warten. Wir haben sie gesammelt, geputzt und geschnitten und dann eine leckere Wildkräuterbutter hergestellt. Außerdem haben wir Brennnessel gesucht und daraus eine Brennnesselsuppe gekocht.
Am Wasser
Die letzten Wochen wurde es nass während der Draußenschule. Am See haben wir verschiedene Tiere gesucht und kleine Boote aus Naturmaterialien gebaut.
Ernte
Es ist Herbst geworden und die Ernte hat begonnen. Wir haben uns die Maispflanze genauer angeguckt und gemeinsam Popcorn gemacht- das war lecker!